IHK-Pressekonferenz in See - Jörg Orlemann als Froschmann

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© IHK/Ohrt Zoom Der Hauptgeschäftsführer als Froschmann

Das Spezialunternehmen Unterwasserkrause von Axel Mutzeck saniert hier eine Spundwand. Mehre seiner Berufstaucher sind hier im Einsatz. Ihnen guckt sozusagen ein Besucher über den Taucherhelm. Es ist kein geringerer als der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Kiel, Jörg Orlemann. Der seit 1. April 2014 in Kiel amtierende IHK-Chef ist begeisterter Taucher und macht sich im Rahmen einer Presseveranstaltung selbst ein Bild vom anspruchsvollen Beruf des Tauchers. "Es ist schon beeindruckend wie hier oft mehrere Stunden am Stück unter Wasser geschweißt wird", berichtet Orlemann unmittelbar nach dem Auftauchen den Journalisten und zeigt sich ganz nebenbei sehr angetan von der Artenvielfalt im Kieler Marinestützpunkt: "Ich habe erstaunlich viele Krebse, Muscheln und Fische entdeckt“. Der erfahrende Tauchunternehmer Axel Mutzeck (60) hat nur Lob für die für einen IHK-Hauptgeschäftsführer nicht gerade typische Aktion übrig: „Das hat er gut gemacht. Ich habe gemerkt, er fühlt sich wohl", sagt Mutzeck und fügt schmunzelnd an: "Herr Orlemann kann bei uns anfangen."

Beim Sanieren der 430 Meter langen Spundwand verarbeiten die Taucher rund 1.100 Quadratmeter Stahlplatten und ziehen Schweißnähte von ungefähr 3.300 Metern Länge.

Im Rahmen der diesjährigen "Pressekonferenz in See" der Industrie- und Handelskammer zu Kiel würdigte Orlemann die Bedeutung der Taucherprüfungen für die maritime Wirtschaft. 15 Taucherprüfungen pro Jahr nimmt der Prüfungsausschuss der IHK zu Kiel durchschnittlich ab und sorgt damit für qualifizierte Berufstaucher in Schleswig-Holstein und anderen Bundesländern.

© IHK/Ohrt Zoom Der Berufstaucher der Unterwasserbaustelle (l.) mit Hobbytaucher Jörg Orlemann

Ausdrücklich würdigte die IHK die langjährige ehrenamtliche Tätigkeit des Prüfungsausschussvorsitzenden, Axel Mutzeck, der seit 1988 im Prüfungsausschuss für "Geprüfte Taucher" und seit mehr als zehn Jahren im Prüfungsausschuss der Tauchermeister mitwirkt. Orlemann lobte Axel Mutzeck für seinen unermüdlichen Einsatz im Prüfungswesen und in der Tauchwirtschaft: "Sie sichern durch ihre kontinuierliche Prüfertätigkeit den Nachwuchs für diesen in Schleswig-Holstein wichtigen Wirtschaftszweig an Küsten, Häfen, am Kanal und auf Baustellen. Nur an wenigen Standorten in Deutschland wird diese Prüfung abgenommen. Umso unverzichtbarer ist Ihre große Kompetenz auf diesem Gebiet. Die Ehrung mit der goldenen Ehrennadel unserer IHK für 25 Jahre Prüfertätigkeit, die wir Ihnen 2013 überreicht haben, ist daher mehr als verdient."

Berufstaucher führten Tätigkeiten aus, die mit Arbeiten an Land vergleichbar seien. Dabei gelte es zu untersuchen, sanieren, schweißen, bohren, sägen, fräsen, stemmen, schrauben oder messen. Allerdings erforderten die bei Unterwasserarbeiten vorherrschenden extremen Bedingungen ganz besondere Fertigkeiten, namentlich wegen der Arbeit in lebensfeindlicher Umgebung, unter Druck, ohne Luft, in völliger Dunkelheit und bei extremen Wassertemperaturen.

Axel Mutzeck ist Geschäftsführer des traditionsreichen Berufstaucherunternehmens Unterwasserkrause – Mutzeck GmbH in Kiel, das er 1982 übernommen hat.

© IHK/Ohrt Zoom Journalisten beobachten die Taucher an der Unterwasserbaustelle im Tirpitzhafen.

Neue Planer braucht das Land. Dies forderte Orlemann im Rahmen der Pressekonferenz. Für Ertüchtigung und Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals sowie der Seehafenhinterlandanbindung sei dies unabdingbar. "Für die komplexen Planungsaufgaben und die technische Umsetzung müssen insbesondere Planer und Ingenieure über den gesamten Projektzeitraum verlässlich zur Verfügung stehen", betonte Orlemann. Die notwendigen Personalressourcen schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen sei dringend, da es in Schleswig-Holstein sowohl bei der Wasser- wie auch Straßeninfrastruktur erheblicher und akuter Investitionsbedarf für Erhalt und Ausbau bestehe, begründet Orlemann seine Forderung. Für den Bereich Wasser- und Schifffahrtsverwaltung lautet die Forderung auf mindestens zehn Planer. Auch für die Hinterlandanbindungen gilt, dass eine leistungsfähige Planung gewährleistet sein muss.

"Leistungsfähige seewärtige Zufahrten und Seehafenhinterlandanbindungen sind entscheidend für die Erreichbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit der schleswig-holsteinischen Hafen- und Wirtschaftsstandorte", ergänzt Orlemann. Der Nord-Ostsee-Kanal müsse deshalb schnellstmöglich ertüchtigt und an die Bedürfnisse der Schifffahrt angepasst werden. Daneben haben Erhalt und Ausbau der straßengebundenen Seehafenhinterlandanbindung höchste Priorität, dies gelte insbesondere für den Weiterbau der A 20, den Ersatzbau der Rader Hochbrücke, aber auch den Ausbau der A 21. Orlemann fordert deshalb: „Neben einer Finanzierung über die gesamte Projektlaufzeit müssen auch die notwendigen Fachkräfte rechtzeitig eingeplant werden.“ Dies sei angesichts des Fachkräftemangels nicht zu unterschätzen.

Martimes Cluster

© IHK/Legband Zoom Jörg Orlemann wird von Andreas Otto, R.SH, interviewt.

Das Lüneburger Unternehmen Werum Software & Systems CIS AG ist dem Maritimen Cluser beigetreten. Angesichts des 200. Mitglieds des Maritimen Clusters Norddeutschland zeigt sich Jörg Orlemann, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Kiel, erfreut über die positive Entwicklung. „Der Mitgliederzuwachs nicht nur in Schleswig-Holstein spiegelt die starke Ausrichtung des Clusters auf die Bedürfnisse der Unternehmen der maritimen Branche wider“, so Orlemann. Die WTSH Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH leiste als Projektträger sehr gute Arbeit. Mit Blick auf den laufenden Strategie-Prozess zur strategischen und inhaltlichen Ausrichtung des Maritimen Clusters Norddeutschland in der neuen Förderperiode spricht sich Orlemann deshalb ausdrücklich dafür aus, diese Struktur beizubehalten.

Im Rahmen der jüngsten "Pressekonferenz in See" des IHK-Hauptgeschäftsführers unterstreicht Orlemann: "Das Cluster profitiert von der langjährigen Erfahrung der WTSH bei Clustermanagementaufgaben. Dies zeigt insbesondere die Entwicklung des Clusters in Schleswig-Holstein, wo es bereits seit 2005 bei der WTSH aufgehängt ist. Die sehr gute Entwicklung des Clusters habe auch die Evaluation im letzten Jahr bestätigt."

© IHK/Ohrt Zoom Fotoshooting und Filmen auf See (v.l.n.r.): IHK-Hauptgeschäftsführer Jörg Orlemann, IHK-Pressesprecher Michael Legband, Frank Peter, Kieler Nachrichten, Mehmet Kajabasch, Sat1

Das Maritime Cluster Norddeutschland spiele als länderübergreifendes trilaterales Cluster eine wichtige Rolle, um Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Branche weiter zu steigern, so Orlemann anlässlich der diesjährigen Pressekonferenz in See. Mit Kooperationen auch über Ländergrenzen hinweg könnten erhebliche Synergieeffekte ausgeschöpft werden. Deshalb beteilige sich die IHK zu Kiel auch an der Finanzierung des Clusters. Die maritime Wirtschaft in Kiel und Schleswig-Holstein habe erhebliches Potenzial, begründet Orlemann das Engagement. Die Branche habe eine Schlüsselfunktion für die deutsche Volkswirtschaft, da sie als Innovationstreiber auch für andere Wirtschaftszweige wirke.

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